Vortrag

Vom Wissensmanager zum New Work Influencer

Transformation einer Rolle anhand eines Praxisbeispiels

 

Dr. Margarita Tchouvakhina

DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Tochter der KfW
Vice President Knowledge Management

 

 

 

 

Biografie

Dr. Margarita Tchouvakhina – promovierte Diplom-Ökonomin (RUS) und Diplom-Kauffrau – ist als Vice President Knowledge Management in der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG), einer Tochtergesellschaft der KfW Bankengruppe, tätig. Sie ist zuständig für die Etablierung des Wissensmanagements und Social Collaboration in der DEG. Davor arbeitete sie in leitenden Positionen in der Konzernentwicklung der KfW Bankengruppe und prägte die Gründungs- und Mittelstandsförderung der KfW mit. Sie ist eine ausgewiesene  Mittelstands- und Transformationsexpertin. Ihre Erfahrungen als Führungskraft und Beraterin für Transformationsprozesse gibt sie seit 2006 als Gastprofessorin an der ASE Wirtschaftsakademie im Modul Personalführung und Coaching weiter.

Vortrag

Vom Wissensmanager zum New Work Influencer
Transformation einer Rolle anhand eines Praxisbeispiels

Abstract

Als Tochter der KfW Bankengruppe und Spezialist für Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist die DEG für Unternehmen, Finanzinstitute oder Fonds ein wichtiger Partner. Die DEG bietet ihren Kunden nicht nur Finanzierung an, sondern verstärkt das Know-how zur Unternehmensentwicklung. Das im Haus vorhandene Wissen für den Kunden schneller und besser in Wert zu setzen, ist daher ein wichtiges Ziel der DEG. Dafür wurde 2015 die Rolle eines Wissensmanagers. Schwerpunkt der Rolle lag ursprünglich auf der Einführung einer Wissensmanagement-Plattforms. In der Praxis haben sich rasch weitere längerfristige Herausforderungen herauskristallisiert, die über die reine Technologie hinausgehen. Mit den neuen Herausforderungen veränderte sich zunehmend die Rolle des Wissensmanagers, die einen sehr breites Aufgabenspektrum bekommt und weit über das Wissensmanagement hinausgeht: der Wissensmanager transformiert sich zum „Influencer for New Work“.

Inhalt

Am Anfang fokussierte sich die Rolle des Wissensmanagements auf die Auswahl und Einführung einer für fast 600 Mitarbeiter der DEG passenden Wissensmanagement- und Collaborationsplattform. Mit dem Wissensmanagement sollte der technologische Ermöglichungsrahmen geschaffen werden, der es Wissensträgern erlaubt, über Communities, Blogs und Wikis zu kommunizieren und sich zu vernetzen. Schnell hat sich herauskristallisiert, dass das Finden relevanter Dokumente noch sehr aufwendig ist und die Suche wertvolle Zeit frisst. Die nächste Idee wurde geboren – eine unternehmensweite Suchmaschine à la Google sollte entwickelt und eingeführt werden.

Schwerpunkt der Rolle lag daher ursprünglich auf der Digitalisierung des Arbeitsplatzes. In der Praxis haben sich rasch weitere längerfristige Herausforderungen herauskristallisiert, die über die reine Technologie hinausgehen. Es entstand z.B. eine neue Rolle – immer mehr „(Kredit)-Sachbearbeiter“, (überspitzt formuliert), wurden zu Community Managern. Was ist das für eine Rolle? Wie kann sie ausgeführt und gelebt werden? Welche Fähigkeiten braucht man dafür? Im Kredithandbuch steht nichts darüber. Die Kommunikationskultur fing an, sich zu verändern – statt einer durch den Vorgesetzten qualitätsgesicherten Kommunikation wurde immer mehr hierarchie- und abteilungsübergreifend kommuniziert und zusammengearbeitet. Dadurch wurden nicht nur Freude, sondern auch Ängste und Unsicherheiten ausgelöst.

Alle diese Themen wurden und werden dem Wissensmanager – direkt oder indirekt - adressiert und brauchen Antworten in Form von neuen Trainings-, Dialog und Entwicklungsformaten. So führt der Weg von der Digitalisierung wieder zurück zum Menschen und zum System. Sind die bestehenden Strukturen und Anreizsysteme noch zeitgemäß? Wie kriegt man eine Balance zwischen teilweise starrem Rahmen, der durch die regulatorischen Anforderungen vorgegeben ist und der sich rasant veränderten Welt draußen bei Kunden? Wie können die berechtigen partiellen Interessen (häufig einseitig negativ als „Silos“ bezeichnet) in Einklang mit den Interessen der Kunden und Mitarbeiter gebracht werden? Welche Rolle spielen Führungskräfte? So entstehen immer neue Fragen, die sich erst dann zeigen, wenn man unterwegs ist.

Mit diesen neuen Herausforderungen verändert sich zunehmend die Rolle eines Wissensmanagers, die einen sehr breites Aufgabenspektrum bekommt und weit über das Wissensmanagement hinausgeht: der Wissensmanager wandelt sich zum „Influencer for New Work“. Der Vortrag erläutert die rasante Transformation dieser Rolle und stellt Ideen vor, wie sich diese Rolle möglicherweise in Zukunft weiter verändern wird.